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From Perth To Alice Springs

Donnerstag, 25. September 2003
Wir haben das Ende des Tracks erreicht.
Coolgardie mit einst 15.000 Einwohnern ist heute nur noch ein kleiner Ort, in dem ein Museum und der Pionier-Friedhof von der Goldrausch-Vergangenheit erzählen Hier sind Goldsucher, Händler, Kameltreiber und Mesnchen aller Religionen aus allen Ländern begraben. Sie sind oft erschreckend jung gestorben, zum Teil bevor sie noch richtig angekommen waren. Daher sind viele Gräber anonym, da niemand die neu Angekommenen zu Beginn des Goldrausches kannte. Die Strapazen des Weges hatten sie umgebracht, doch auch Mord und Totschlag waren nicht selten. (So zu lesen auf einer Informationstafel am Friedhof).

Auf dem Friedhof finden wir auch neuere Gräber, die uns einen Einblick künstlich farbenfrohe Friedhofskultur im australischen Outback geben.

 

coolgardie
Coolgardie cemetery Coolgardie cemetery    Coolgardie cemetery   Coolgardie cemetery

40 km weiter östlich liegt Kalgoorlie, heute das Zentrum des modernen Goldbergbaus in Australien.

Am frühen Nachmittag kommen wir in der Stadt an. Hier machen wir Zwischenstation, um unsere Vorräte aufzufüllen und die für die kommende Fahrt Richtung Northern Territory und Alice Springs benötigten Durchfahrtsgenehmigungen (Permissions) für die Aboriginal-Gebiete zu bekommen. Denn Kalgoorlie ist ist für die nächsten 1.886 km die einzige nennenswerte Stadt! Dazwischen gibts ein paar Farmen (Stations) oder Roadhouses, an denen wir Diesel und "basic supplies", also gefrorenes Toastbrot, H-Milch und Dosenbohnen, manchmal auch frische Orangen oder Paprika zu horrenden Preisen erwerben können.

Kalgoorlie hat zwei sich kreuzende Hauptstraßen, an denen die meisten für uns wichtigen Geschäfte zu finden sind. Und mitten auf dieser Kreuzung an einer roten Ampel gibt unser Toyota "seinen Geist auf" und ist durch nichts zu bewegen, wieder anzuspringen oder gar irgendeinen Zündungsvorgang durchzuführen. Da es inzwischen auch schon dunkel und spät geworden ist, bleibt uns nichts anderes übrig, als einen Abschleppwagen zu ordern, der unser WohnMOBIL auf den nahegelegenen Caravanpark bringt.

Am nächsten Morgen finden wir gleich mehrere Fehler: eine Kabelverbindung der Alarmanlage hat den Holland Track nicht ausgehalten und ist gebrochen. Das war der Auslöser für die Wegfahrsperre, Zündung und Dieselpumpe wurden dadurch abgeschaltet und ließen sich nicht wieder aktivieren. Ein hinzugerufener australischer Auto-Elektriker meinte lakonisch: "Put all that rubbish out! It may work in Europe, but it's not made for australian road conditions!" Das machte er dann auch und nach einer weiteren Stunde war der Toyota - Originalzustand wieder hergestellt. Die elektronischen Teile nehmen wir mit. Zurück in Europa werden wir sie (vielleicht) wieder einbauen.

Es war Glück im Unglück, daß uns das mitten in der Zivilisation passiert ist und nicht schon 150 km vorher im Busch!

Aber jetzt ist erst mal Wochenende, wir werden wieder im Busch campen, denn die Vorbereitungen für die kommende Fahrt können wir erst Anfang nächster Woche erledigen. Ganz entgegen unseren Hoffnungen ist auch hier das Wetter eher kalt, regnerisch und stürmisch, völlig untypisch für diese Gegend. Also wollen wir weiter nach Nordosten Richtung Central Australia, auf dem Gunbarrel Highway durch die Gibson Desert bis Alice Springs. Irgendwo muß das Ende der Wolkendecke ja zu finden sein.

 

Kalgoorlie Hannan Street
Kalgoorlie
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