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From Perth To Alice Springs

Mittwoch, 1. Oktober 2003
Wir verlassen Kalgoorlie auf dem asphaltierten Goldfields Highway nach Norden Richtung Wiluna, vorbei an zahlreichen Ghost Towns aus der Zeit des großen Goldrausches. Manche einstmalige Stadt besteht nur noch aus einer Bar und etlichen zerfallenen Häusern, zwischen denen Caravans und Wellblech-Container stehen. Heute wird hier von industriellen Mining Companies das Gold abgebaut.

Die Straße zieht sich endlos durch das menschenleere Land am Rande der Great Victoria-Desert, alle paar Kilometer am Straßenrand Gerippe von toten Känguruhs. Nach rund 300 km haben wir das Ende der Wolkendecke erreicht. Der Himmel ist endlich australisch-blau! Gegen Abend wird das Fahren sehr nervenaufreibend, da immer wieder Känguruhs und Emus plötzlich vor uns die Straße überqueren.

Nach 526 km endet der Highway in Wiluna einem kleinen Ort, der überwiegend von Aborigines bewohnt ist, eine Tankstelle, zwei Groceries und einen Wegweiser zum Gunbarrel Highway hat. Und einen Caravan Park: Die meisten "Camper" wohnen schon seit längerem hier, arbeiten in den umliegenden Golminen, oder suchen nebenbei ausgerüstet mit Metall-Detektoren auf eigene Faust nach dem Edelmetall: "Doing a little prospecting", so wird das hier genannt. "Es reicht gerade so zum Leben" und für die Campgroundmiete. Das Leben im Busch ist auf jeden Fall der Hektik der Stadt vorzuziehen.

 

Sign Gunbarrel Highway

 

Donnerstag, 2. Oktober 2003
The Gunbarrel Highway. Weit sind wir heute nicht gekommen. Nach rund 200 km haben wir ganz nah an der Straße eine perfekte Campsite an einem Wasserloch im ansonsten ausgetrockneten Wongewol Creek gefunden - zu schön zum Weiterfahren. Der Platz liegt auf dem Gebiet der Wongawol Station, gegenüber auf der anderen Flussseite pumpt ein Windrad Wasser in einen riesigen runden Tank, der als Viehtränke dient, und gleichzeitig als Wasserstelle für Känguruhs und zahllose Vögel: Galahs (rosa-graue Kakadus), weiße Kakadus, grüne-gelbe Papageien, Wellensittiche, Nymphensittische, Raubvögel und sogar eine Entenfamilie.

Das Kreischen der Kakadus und Sittiche mischt sich mit dem Knattern und Quietschen des Windrades und erzeugt eine eigenartige geräuschvolle Stille. Ich stelle ein Mikrofon auf und nehme diesen wunderschönen Sound auf Band auf.

Freitag, 3. Oktober 2003
Da es so schön hier ist, sind wir einfach noch geblieben: einfach nur da sein, unter dem großen Baum sitzen und der Stille zuhören. Zwischendurch kommt ein Arbeiter der Station auf einen Schwatz vorbei.
"It's good to be in the bush".

 

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Kookynie Saloon
Wiluna Grocery
Wongawol Creek
Windmill Galahs

© 2004 Ingrid Weidig, Bernhard Boedeker
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