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Samstag, 4. Oktober 2003 So ein überrraschungsreicher Highway ist auch der "Gunbarrel Highway", einer von vielen, die der inzwischen legendäre Len Beadell (der letzte Pionier Australiens) mit seiner "Gunbarrel Construction Party" seit Mitte der 50-er Jahre mit Landrover und Bulldozer durch den Busch und die Wüsten geschlagen hatte. Vorher gab es keine befahrbaren Wege duch das Innere Australiens. Auslöser für den "Bau" dieser Straßen war das Mitte der 40-er Jahre von den Briten errichtete Waffentest-Gebiet Woomera in South Australia. Das 2,500.000 qkm große Gebiet zwischen Woomera und der 80 Mile Beach im Norden von Western Australia galt als das unbewohnteste, abgelegenste und somit "nutzloseste" Wüsten-Land der Erde und daher ideal als Raketen-Testgebiet. Len Beadell sollte das Gelände durch Straßen erschließen und für das Militär zugänglich machen: Insgesamt 6.000 km durch teilweise undurchdringliches wasserloses Buschland. Im Oktober 1953 wurden zwei britsche Atombomben-Tests am Emu-Field nahe Woomera durchgeführt. Der Gunbarrel Highway ist die wohl wichtigste West-Ost-Verbindung durch Zentral-Australien und ist verbunden mit weiteren Straßen in Nord-Süd- und Ost-West-Richtung: Aenne Beadell-Highway, Connie-Sue Highway, Gary Highway ... Alle benannt nach Familienmitgliedern oder Freunden. Im Lonely Planet Reiseführer werden sie gemeinschaftlich als "bomb roads" bezeichnet.
Nachdem wir die Carnegie Station passiert haben, uns dort noch einmal eine Dusche und ein Mittagessen im Farmhaus gegönnt haben, geht es auf den "abenteuerlichen " Teil des Gunbarrel, der Track wird schmaler und ist eher was für Menschen, die testen wollen, wieviel sie und ihr Fahrzeug gerade noch aushalten, ohne vollends auseinanderzufallen. Im Reiseführer habe ich was von "nightmarish
corrugations" gelesen. Diese Querrillen auf dem Weg werden erzeugt
durch Autoreifen und sind jeweils so weit voneinander enfernt, daß man
entweder mit 10 km/h von Rille zu Rille hoppelt und der Alptraum aus Rappeln
und Schütteln nie ein Ende nimmt, oder mit etwa 60 - 80 km/h über
diese Piste brettert. So ist man schnell genug, um nur über die Erhebungen
zu hüpfen, läuft jedoch ständig Gefahr in ein tiefes Schlagloch
zu fallen, an einem Felsen im Boden hängenzubleiben und den Tank aufzureißen
.... Doch die fantastische endlose Halbwüsten-Landschaft entschädigt für viele Qualen: roter Sand, blühende Büsche, die nach Vanille duften, unter tiefblauem unendlich weitem Himmel. Und nachts die Sterne. Von Horizont zu Horizont dehnt sich die Milchstraße aus, wie eine Brücke im Weltall....
Montag, 6, Oktober 2003 An der Everard Junction machen wir einen Abstecher nach Norden und fahren auf dem Gary Highway in das wunderschöne Gibson Desert Nature Reserve. Der Track ist nicht so kaputt, da er nur wenig befahren wird, ist teilweise mit Spinifex überwuchert und führt zu einem kleinen Felsen namens McPhersons Pillar und dem Mulgan Rockhole.
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© 2004 Ingrid Weidig, Bernhard Boedeker
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