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| Southern Ocean To Simpson Desert | ||||||||
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Mittwoch, 21. April 2004
Einige Kilometer vorher zeigt die Ruine einer Homestead inmitten von
Dattelpalmen an, wie unerbittlich die Wüste hier ist. 1872, nach
einigen guten Regenjahren errichtet, war sie schon bald am Rande des Ruins: Am Abend erleben wir einen Sonnenuntergang, der an ein riesiges Feuer erinnert. Wir stehen einfach nur da. sehen dem Schauspiel staunend zu und vergessen dabei, daß Moskitos Waterholes wie dieses lieben und nach Sonnenuntergang blutdurstig sind. Ich habe mindestes 20 Mückenstiche am linken Oberarm, die restlichen zähle ich erst gar nicht mehr. Donnerstag, 22. April 2004 Bald danach erreichen wir die erste der rund 1100 Sanddünen der Simpson Desert, die sich noch bis weit ins Northern Territory hinein ausdehnt. Die Dünen verlaufen parallel zueinander in Nord-Südrichtung, und einige sind hunderte von Kilometern lang. Sie sind durchgehend mit Spinifex oder Cane Gras bewachsen. Jetzt liegen sie noch alle vor uns, unsere gesamte Strecke ist knapp 400 km lang, nichts als Sandünen, Claypans ("Lehmebenen") und Salzseen. Hier kommt man nur mit dem 4WD-Fahrzeug durch, manchmal auch nur im "low gear" Gang und mit stark reduziertem Reifendruck, da man sich andernfalls hoffnungslos eingraben würde. Die Tracks durch die Wüste wurden in den 60-er Jahren von Ölgesellschaften
mit Bulldozern ziemlich geradeaus durch die Landschaft gezogen und haben
eigenwillige Namen wie WAA-Line, French Line, QAA-Line oder Rig Road.
Die Hoffnung vom Ölreichtum hat sich zerschlagen, einige verlassene
Bohrlöcher sind noch zu sehen. Jetzt nutzen nur noch Touristen diese
Tracks; wir sind die Strecke vor rund 4 Jahren schon einmal in umgekehrter
Richtung gefahren. Diese Wüsten-Durchquerung ist ein echtes Highlight,
wenn man sich nicht vor der Einsamkeit, der weiten Entfernung von der
Zivilisation, fürchtet. Im Juli 2000 hatten wir zudem das besondere Glück, daß es einige Wochen zuvor in der Wüste geregnet hatte und die roten Sanddünen mit gelben und weißen Blumen übersät waren, wie ein wunderschöner riesiger Garten, der nach Honig duftete. Diesmal erleben wir sie sehr trocken.
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© 2004 Ingrid Weidig, Bernhard Boedeker
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