![]() |
||||||||
| To Kakadu And The Kimberley | ||||||||
|
Samstag, 26. Juni 2004
Er selbst hat den letzten "Kannibalen" kurz vor dessen Tod noch getauft. Nur sehr langsam war eine Annäherung der Kulturen möglich. Erst im 2. Weltkrieg, als die Japaner den australischen Norden und auch Kalumburu bombardierten, entstand eine gewisse Gemeinschaft, die in den 50er bis 70er Jahren ihren Höhepunkt fand. "Kalumburu blühte auf, die Menschen waren gesund, es gab nur relativ wenig Gewalt und die zur Mission gehörige Rinderfarm warf gute Gewinne ab" 1981 wurde aus der Kalumburu Mission die selbstverwaltete Kalumburu Aboriginal Community, Der australische Staat baute neue Häuser, Straßen, ein kleines Kraftwerk für die Stromversorgung und so weiter. Die Menschen brauchten nicht mehr zu arbeiten, da sie ja alles vom Staat bekamen. Die Community hat einen weißen Manager, der für die Verteilung der Gelder verantwortlich ist. "Und so begann der allmähliche Abstieg. Kalumburu ist zwar eine alkoholfreie Community, doch Drogen und das Kartenspielen um Geld haben inzwischen viele Familien zerrüttet." Die Mission, die heute aus drei Mönchen, drei Nonnen und einigen Mitarbeitern besteht, hat ein kleines Stück Land von den Aborigines gepachtet, bewirtschaftet eine kleine Rinderfarm und ist eine der wenigen Missionen in Australien, die sogar Gewinne erwirtschaftet. Father Anscar hat im Laufe seiner Jahre hier ein beeindruckendes Museum aufgebaut mit zahllosen Artefakten und Kunstwerken aus der Kultur der Aborigines. Man spürt sein aufrichtiges Interesse an der fremden Kultur und seine Liebe zu den Menschen, auch wenn er mitunter an ihrer Spielsucht und der herrschenden Gewalt in den Familien verzweifelt. Doch glücklicherweise gibt es auch viele freundliche Menschen hier, wir treffen Rosie und Lewis, beide sind Künstler, und ihre Kinder und Enkel auch, das scheint bei Aborigines üblich zu sein, das Künstlerdasein ist eine Familienangelegenheit. Les ist der Manager eines Busch-Camp an der Honeymoon Beach, 30 km nördlich von Kalumburu. Zusammen mit seiner Frau und den zahlreichen Enkelkindern lebt er während der Touristen-Saison an der Küste. Schwimmen solllte man hier besser nicht (crocs and sharks), aber zum Fischen und Faulenzen ist die Bucht ideal.
Les kennt natürlich auch viele Stellen, an denen früher die "old blackfellas" während der Regenzeiten in Höhlen gelebt haben. Die Fahrspur dahin ist seit der letzten Wet Season völlig zugewuchert, aber wofür gibt's Toyotas?
Mit Begeisterung erzählt er uns vom Leben seiner eigenen Vorfahren, wie sie in den Felsnischen auf Känguruhfellen geschlafen haben, die Felsen sind ganz glatt von der jahrhundertelangen Benutzung. Wallebies haben sie gejagt, das Trinkwasser stammte aus der nahen Quelle, und sie hatten während der Regenzeit sonst nichts zu tun, als Bilder an die Wand zu malen; uralte Gwions sind teilweise übersprüht mit "handstencils" oder mit freundlichen "Spirits" übermalt. Es gibt eine Menge Spirits hier: freundliche und ziemlich gemeine, die einem während der Nacht eine Schlinge um den Hals legen und dann in den Busch zerren, so daß man beim Aufwachen nicht mehr weiß, wo man ist ... Durch seine "Stories" können wir die Magie des Ortes richtig spüren. Er könnte durchaus im Busch überleben, aber in die old times zurückkehren will er dann doch nicht, das abendliche TV würde ihm fehlen.
Sein Enkel Troy, der viel von "Pop" gelernt hat, will demnächst "Touristenführer für Aboriginal Sites" werden, zwei Prüfungen hat er schon hinter sich.
|
![]() |
|||||||
![]() |
||||||||
![]() |
||||||||
![]() |
||||||||
![]() |
||||||||
![]() |
||||||||
|
|
||||||||
© 2004 Ingrid Weidig, Bernhard Boedeker
All Rights Reserved
Impressum