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9. Tag, Dienstag, 13. Juli 2004
Wir fahren gegen Mittag von Kunawarritji los, der Track führt
durch endlose Spinifex-Ebenen mit fürchterlichen alles durchrüttelnden
Corrugations. Der Landcruiser rappelt und scheppert mit 60 - 80 Kilometern
pro Stunde über die Holperstrecke. Unterwegs treffen wir auf eine
Gruppe von 4 Fahrzeugen, eines hat einen kaputten Stossdämpfer. Wir
übernachten an Well
31.
10. Tag, Mittwoch, 14. Juli 2004
Bis Well 30 ist der Track sehr felsig mit scharfkantigen Steinen. 'Slowgoing'
nennt man das hier. Am Thring Rock (Tabletop)
machen wir Mittagspause und besteigen den Felsen, von dem aus wir die
nahezu unendlich weite Sicht über das fast menschenleere Land genießen.

Hier lebt niemand, nur ein paar Touristen sind unterwegs. "What
am I doing here?" fragen wir uns immer mal wieder (frei nach Bruce
Chatwin). Jetzt gibt es kein Zurück mehr, wir sind fast in der Mitte
des Weges angelangt. Unser Brot ist nahezu aufgebraucht, also müssen
wir ab jetzt selber backen. Das Frischgemüse muß rationiert
werden, aber haltbare Lebensmittel haben wir in ausreichender Menge. Wir
campen südlich von Well
28 und backen Brot.

11. Tag, Donnerstag, 15. Juli 2004
Wieder führt der Track durch blühende Wüstengärten,
es hat in den letzten Wochen hier mehrfach geregnet, Wüstenpflanzen
reagieren sofort, unabhängig von der Jahreszeit. Immer wieder fliegen
Wellensittiche wie grün schimmernde Juwelen aus dem Gebüsch
auf. Sie haben nichts gemein mit jenen Käfigvögeln, die wir
früher im Kinderzimmer hatten. Mittags erreichen wir Well
26 . Diese Wasserstelle wurde komplett restauriert inclusive der Wassertröge
für das Vieh.

Das Wasser ist klar und sauber, und wir können unsere Wasservorräte
auffüllen. Australische Desert Tracks haben meist ein
Visitorbook, in das die Reisenden ihre Namen, ihre Erlebnisse und
Gedanken mitteilen. Meist sind es Kommentare der Begeisterung über
die Landschaft, manchmal ganze Erlebnisberichte, oder auch die netten
Grüße von Moni und Willi an uns. Sie hatten diese Tour vor
einem Jahr gemacht.
Kathy and Rob from Adelaide, S.A.: "... Loving the experience, the
weather is perfect, seen plenty of camels, plains turkeys, some [kanga]roos,
every day provides challenge and natural unspoilt beauty. Love the black
skies dotted with the sprays of stars at the end of the days ..."
Es ist immer unterhaltsam, in diesen Visitorbooks zu blättern, wir
"finden" einen gezeichneten Reisebericht von Sarah Marquis,
die wir im Oktober 2003 in Alice Springs kennengelernt hatten, oder auch
die "four boys from Broken Hill", sie waren heute morgen hier.
Wir fahren weiter, die Wolkendecke wird dichter. Abends campen wir nahe
Well
24 zwischen Ghost Gums, braten Kartoffeln im Feuer und beobachten
Fledermäuse, die die Insekten jagen, die von unserem Licht angezogen
werden.

 
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